Dankbarkeit als Schlüssel für innere Stärke
Antoinette Haering
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Ich liebe die Berge und das Wandern. Doch früher setzte ich mich dabei oft unter Druck. Zweifelte, ob ich den Gipfel wohl schaffen würde, schaute auf die Uhr und prüfte, ob ich im angegebenen Zeitraum, d.h. genügend schnell unterwegs war. Schämte mich, wenn ich die Tour wie eine Schnecke anging und hielt meinen Blick auf das Ziel gefesselt mit dem Gedanken: Es ist noch so unendlich weit.

Mein Körper fühlte sich zentnerschwer an und ich wagte kaum zu atmen, da mir meine Mutter oft vorgehalten hatte, ich würde schnauben wie ein Pferd. Die Prägungen aus der Kindheit saugten sich lange Zeit an mir fest und nahmen mir die Freude. Auch die Tatsache, dass ich viele Gipfel bestiegen und beachtliche Leistungen in den Bergen gezeigt hatte, konnte mir meine Selbstzweifel und damit einher die Selbstzerfleischung nicht nehmen.

Vielleicht spreche ich dir mit diesen Worten aus dem Herzen. Wenn das so ist, dann lies weiter, denn ich weiss mittlerweile: es geht auch anders.

Dankbarkeit als Schlüssel

Ein wunderbarer Herbsttag präsentiert sich uns. Wir beschliessen eine anspruchsvolle Bergtour zu unternehmen. Es sind gefühlte 10 Jahre vergangen, seit wir das letzte Mal auf diesem Berg waren.

Von Anfang an gehe ich das Tempo, das für mich stimmt und freue mich auf die wunderbare Tour. Ich entdecke seltene Blumen am Wegrand, begrüsse die Murmeltiere, die nach Herzenslust das letzte Gras vor dem Winterschlaf in einem unbeschreiblichen Tempo abknabbern und ich geniesse es, den Felsen unter meinen Händen zu spüren, als wir den Teil der leichten Kletterei erreichen. Ich schaue nicht auf die Uhr und bin überrascht, wie schnell wir doch das erste, dann das zweite Zwischenziel erreichen. Wenn überhaupt, dann schaue ich zurück und erfreue mich darüber, wie viel wir doch schon geschafft haben. Ab und zu fühle ich aktiv, wie es sein wird, wenn wir den Gipfel erreicht haben.

Herz und Kopf sind jeden Schritt von Dankbarkeit erfüllt. Ich bedanke mich bei meinem Körper für die Leistung, die er erbringt, für die Treue, die er mir erweist. Ich bedanke mich bei meinen Bergführern, die mich gelehrt haben, eine anspruchsvolle Tour langsam anzugehen. Ich bedanke mich bei meinem Mann Andreas dafür, dass er dieses tolle Hobby mit mir teilt. Ich bedanke mich beim Wettergott, bei den Murmeltieren – und letztlich dafür, dass ich überhaupt leben und einen solch genialen Tag geniessen darf. Jeden Schritt lasse ich Dankbarkeit in meinem Herzen fliessen und ein Gefühl von unbeschreiblicher Freude trägt mich den Berg hinauf.

Oben angelangt ist Andreas erstaunt, wie schnell ich die vielen Höhenmeter erklommen habe.

Du fragst dich jetzt vielleicht, was all das mit innerer Stärke zu tun hat?

Innere Stärke

Dankbarkeit, Freude und Liebe sind drei der am höchsten schwingenden Gefühle. Sie durchdringen alle tieferschwingenden Gefühle wie Angst, Zweifel, Wut, Ohnmacht etc. und mobilisieren die maximal mögliche Energie in unserem Körper, in unserem Geist, in unserem Sein. Sind wir von Dankbarkeit oder Liebe erfüllt, so sind wir unantastbar und dadurch unendlich stark. Nicht umsonst heisst es: Die Liebe ist die stärkste Kraft im Universum, sie durchdringt und transformiert alles.

Innere Stärke heisst also in der letzten Konsequenz, Dankbarkeit und Liebe in deinem Leben zu zulassen, was wiederum bedingt, dass du den Kampf gegen dich selbst aufgibst und dich in Liebe annimmst. Mir hat der Tag in den Bergen einmal mehr gezeigt, was alles möglich ist, wenn uns dies gelingt.

Wo bleibt die mentale Ebene?

Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich jetzt fragst, warum ich denn beim Thema innere Stärke die Wirkung der mentalen Ebene verschweige.

Ganz einfach, sie ist zwar wichtig, aber zweitrangig, denn wenn du es nicht schaffst, dich in den einen hochschwingenden Gefühlszustand zu katapultieren, dann kannst du dir den ganzen Tag Affirmationen aufsagen oder Visualisierungen vor Augen führen, sie werden schlicht zu wenig Kraft haben, um das ultimative, das maximal mögliche Ziel zu erreichen. Sie wirken unterstützend, sind aber nicht der Schlüssel.

Deshalb hier eine Mini-Anleitung wie du innere Stärke dank hochschwingenden Gefühlen erreichst:

Schritt 1: Bewusstsein

Werde dir bewusst was du erreichen möchtest, z.B. ein schwieriges Gespräch führen, eine Prüfung bestehen, an deiner Überzeugung festhalten und standhaft bleiben etc.

Schritt 2: Atmen

Schliess die Augen, konzentriere dich auf dein Herz und atme durch dein Herz. Atme immer ruhiger und lasse dich in den Alpha-Zustand gleiten. Wenn das nicht geht, dann konzentriere dich einfach auf deinen Atem. Lasse dann in dir das Gefühl von Dankbarkeit, Liebe, Freude oder Mitgefühl entstehen. Wähle, was dir am besten gelingt oder welches der Gefühle am besten zu deiner Situation passt. Oft gelingt dies besser, wenn du dich in eine wunderbare Situation versetzt oder an eine dir nahestehende Person denkst. Erzwinge dabei nichts, sondern hab’ einfach Geduld und lass das Gefühl entstehen.

Schritt 3: Fühlen

Lass das Gefühl nun aus deinem Herzen in deinen ganzen Körper strömen und fühle, wie es deinen ganzen Körper umhüllt. Fühle deine Stärke, deine Kraft im Sein.

Schritt 4: Ziel erleben

Erlebe jetzt, wie du dein Ziel erreichst, resp. wie du dich in der Zielsituation fühlst. Stell es dir nicht vor, sondern fühle es. Lass dabei los und einfach geschehen, versuche nicht, etwas zu erzwingen, sei dankbar, für alles, was dir gelingt.

Schritt 5: im Gefühl bleiben

Bleibe im hochschwingenden Gefühl, z.B. Dankbarkeit, bis du auch in der Realität dein Ziel erreicht hast.

Schritt 6: Wiederholen

Ist die Situation, für die du dich vorbereitest, noch weit in der Zukunft, dann gelingt es dir kaum, dich in der hochschwingenden Energie zu halten. Führe dann die Schritte 1-4 mindestens täglich morgens und abends vor dem Einschlafen durch.

Und jetzt: Viel Spass bei der Umsetzung.

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